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Die Notwendigkeit eines Lüftungskonzepts

Die in Deutschland eingeleitete Energiewende verfolgt das Ziel, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. So schreibt der Gesetzgeber über die Energieeinsparverordnung (EnEV) bautechnische Standards vor, die den Energiebedarf von Gebäuden regelt. Unter anderem soll der Energieverlust über die Gebäudehülle durch Wärmedämmungen und Luftdichtigkeitsmaßnahmen (zum Beispiel in Form von Dichtbändern, Folien und anderen) reduziert werden. Doch das bringt auch Probleme mit sich.

Probleme durch erhöhte Dichtigkeit

Als Folge EnEV-konformer Wärmedämmungen und Luftdichtigkeitsmaßnahmen tritt eine erhöhte Dichtigkeit sowohl in Neu- als auch in energieeffizient sanierten Bestandsbauten auf. Dies hat Folgen auf das Raumklima in Innenräumen. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt hier optimalerweise zwischen 40 und 60 Prozent. Vor Inkrafttreten der EnEV sorgte – neben dem Lüften durch den Wohnungsnutzer – die vergleichsweise geringere Dichtigkeit für eine natürliche Luftzirkulation. Überschüssige Feuchtigkeit drang so nach draußen (zumindest wenn entsprechend geheizt wurde).

Aufgrund der erhöhten Dichtigkeit moderner Gebäude bleibt diese natürliche Luftzirkulation als Ergänzung zum Lüften aus. Deshalb muss heutzutage viel mehr über die Belüftung von Innenräumen nachgedacht werden als in der Vergangenheit. Die Lösung liegt in einem bedarfsgerechten Lüftungskonzept. Bisherige Versuche, Bauplanern und Immobilienbesitzern ein solches Konzept an die Hand zu geben, haben das Problem noch nicht beseitigt. Letztendlich müssen in einem solchen Konzept zwei Arten des Lüftens unterschieden werden: die automatisierte Lüftung und eine aktive Lüftung durch den Wohnungsnutzer.

Automatisierte Lüftung

Eine automatisierte Lüftung sieht den Einsatz technischer Mittel vor, um das nutzerunabhängiges Lüften eines Gebäudes zu ermöglichen. Der Einbau einer Lüftungsanlage mit eingebauter Wärmerückgewinnung ist hier naheliegend. Im Idealfall führt eine solche Anlage die verbrauchte Innenluft ab, ersetzt sie durch Frischluft und sorgt konstant für Zimmertemperatur Doch gilt es vor der Anschaffung einer Lüftungsanlage, einiges zu berücksichtigen – vor allem die Kosten. Decken die Kosten einer solchen Anlage die zu erwartende Energieeinsparung?

Ein weiterer Aspekt ist die Gesundheit. Der Sinn einer Lüftungsanlage liegt in der Gewährleistung der Raumlufthygiene. Spätestens seit den 1980er Jahren wird ein Phänomen diskutiert, das unter dem Namen Sick Building Syndrom bekannt geworden ist. Wer sich längere Zeit in einem bestimmten Gebäude aufhält, kann unter Krankheitssymptomen wie Kopfschmerzen, allergische Reaktionen oder ähnliches leiden. Als Ursache kommen flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder Reinigungsmittel in Frage. Doch auch schlecht gewartete Lüftungsanlagen können Schadstoffe an die Raumluft abgeben.

Lüftung durch den Nutzer

Die aktive Lüftung durch den Wohnungsnutzer stellt die klassische Art des Luftaustausches dar. In der Regel sollte zwei- oder dreimaliges Stoß- beziehungsweise Querlüften am Tag ausreichen, um einen kompletten Luftaustausch zu ermöglichen. Dabei tauchen aber verschiedene Aspekte auf, die eine nutzerabhängige Lüftung erschweren:

• eine klare Regelung durch den Gesetzgeber
• das Wissen um die erhöhte Dichtigkeit moderner Gebäude
• Kenntnisse zum Einfluss des Lüftens auf die Luftfeuchtigkeit
• die Folgen des Klimawandels (Sommerkondensation)

Grundvoraussetzung für eine aktive Lüftung durch den Wohnungsnutzer ist also, dass er sein Lüftungsverhalten an den Verhältnissen vor Ort anpasst. Das kann er nur, wenn überhaupt Kenntnis über diese Verhältnisse hat – und wenn er zuverlässig danach handelt (Übrigens: der KLIMAGRIFF® ist durch seine Einstellmöglichkeiten auf die Gegebenheiten vor Ort anpassbar).

Bedarfsgerechtes Lüften

Ein Lüftungskonzept, das wirklich greifen soll, benötigt die Einbindung verschiedener Parameter. Bei allen Regeln und Normen muss man sich bewusst sein, dass jedes Gebäude, mitunter jede einzelne Wohnung individuell unterschiedliche Faktoren aufweist, die das Raumklima der Innenräume beeinflusst. Dabei spielen das Außenklima, die Größe der Wohnung, das verbaute Material und die Nutzung der Wohnung eine Rolle. Wie viele Personen leben in einer bestimmten Wohnung? Wie hoch fällt die Feuchtigkeit an, die die Wohnungsnutzer an die Raumluft abgeben? Wie lange halten sich diese Menschen in der Wohnung auf?

Eine individuell auf die Verhältnisse vor Ort angepasste Kombination aus automatisierter und aktiver Lüftung sowie richtigem Heizverhalten kann an dieser Stelle die Lösung sein. Die Lüftung zum Feuchteschutz sollte erst dann nutzerunabhängig erfolgen, wenn der Nutzer nicht selber eingreift. Der Einsatz des KLIMAGRIFFS® würde dem Wohnungsnutzer als aktive Lüftungshilfe unterstützen. Er zeigt nicht nur via LED-Ampelsystem an, wann die Bewohner lüften sollten, sondern zeichnet die von ihm erfassten Raumklimadaten auf. Dadurch lassen sich wertvolle Rückschlüsse auf das richtige Heizen und Lüften ziehen. Der KLIMAGRIFF® wird im Rahmen seiner Weiterentwicklung bald ein dreistufiges Lüftungssystem ermöglichen.

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Georg Meyer
Georg Meyer
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